PPP | Förderlinie Junge Berufstätige und Auszubildende

Anna Göbel | Quelle: Kerstin Tack
 

Anna Göbel
Quelle: Kerstin Tack

Stipendiatin 2014/2015

Anna Göbel (23) | Junior Marketing Spezialistin Verlag Heinz Heise GmbH & Co KG

… verbringt ab August ein Jahr zunächst in Sauquoit, Bundesstaat New York, wo sie auf`s College gehen wird. Ab Januar 2015 schließt sich ein Praktikum beim Bauer Verlag in New Jersey an.

 

“Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn’t do than by the ones you did do. So throw off the bowlines, sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.”
Mark Twain

Ich erinnere mich noch genau an dieses eine Telefonat, welches mein Leben schlagartig verändert hat. Meine Wahlkreis-Bundestagsabgeordnete, Frau Kerstin Tack, hatte sich endlich entschieden: Am 5. Februar 2014 bekam ich die Zusage, dass ich eines der 75 Stipendien des Deutschen Bundestages namens Parlamentarisches Patenschafts-Programm für junge Berufstätige bekommen habe – und es für mich im August 2014 ein Jahr nach Amerika geht! Das Austauschprogramm wird vom Deutschen Bundestag und dem US Congress finanziert und in Deutschland von der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und in Amerika von Cultural Vistas organisiert und koordiniert.

Ich wollte immer etwas Besonderes in meinem Leben machen und etwas tun, was mich prägt und voran bringt. Und ich wollte immer ins Ausland und so viel reisen wie möglich, doch es hatte sich bis zu dem Zeitpunkt nie ergeben. Deshalb war ich umso glücklicher durch das PPP meinen Auslandstraum in Amerika verwirklichen zu können.

Von da an nahm dann seinen Lauf: Ich gab meine Wohnung und meinen Job auf und nahm an einer tollen Vorbereitungswoche in Bad Bevensen mit 25 anderen Stipendiaten teil. Am 5. August 2014 flogen wir dann von Frankfurt nach NYC und das Abenteuer begann. Wir hatten ein kurzes Seminar –und dann ging es für alle weiter zu ihrer nächsten Station in den USA.

Erste Station: Studium in Utica
Ich habe in Utica in New York State für ein Semester am Mohawk Valley Community College Graphic Design studiert und relativ schnell wunderbare Freundschaften geschlossen. Utica ist eine Stadt im Mohawk Valley mit ca. 62.000 Einwohnern. Hier ist alles sehr traditionell und ländlich. In Utica belegte am College für ein Semester die Kurse Digital Typography und General Drawings, also zeichnen, Indesign und Photoshop. Ich muss zugeben, am meisten Angst hatte ich vor der englischen Sprache. Das hat sich dann aber alles nach und nach gut entwickelt, weil ich gemerkt habe, dass mein Englisch wirklich gar nicht so schlecht ist. Natürlich war alles zu Beginn nicht immer einfach. Die amerikanische Kultur ist eben anders als die Deutsche, doch ich konnte mich gut daran gewöhnen. Ich wurde immer unglaublich unterstützt – und mit offenen und interessierten Armen aufgenommen.

So war ich dann auch Delegierte des Internationalen Clubs. Das war sehr spannend für mich, da ich somit auch an den wöchentlichen Treffen des Student Congress teilnehmen durfte. Das sind „Abgeordnete“, die die Studenten und die Clubs vertreten und über das verfügbare Budget der Schule entscheiden dürfen. Ich habe zudem im Learning Center des Colleges als studentische Aushilfe und Englisch Tutor gearbeitet. So konnte ich meine 40 Stunden Community Work locker mit Spaß und guter Laune absolvieren. Das ist nämlich eine der vielen Aufgaben einer Junior-Botschafterin. Mitte November merkte ich dann plötzlich, dass die Zeit einfach viel zu schnell rannte und ich mich schon so sehr zu Hause fühlte und mein Leben in Deutschland schon so so so weit weg war.

Eine Besonderheit des Programms ist das CIP (Congressional Internship Program). Fünf von uns 75 PPPlern hatten die Möglichkeit, in Washington D.C. am Kongress im Kapitol für 6 Wochen ein Praktikum bei einem Repräsentant zu absolvieren. Ich habe mich spontan beworben – und es hat tatsächlich geklappt: Und so durfte ich ab Januar in die Hauptstadt Amerikas und für Congressmann Richard Hanna aus dem 22. Distrikt des Staates New York im Kongress arbeiten. Ich war so dankbar über diese weitere tolle Chance.

Zweite Station: Praktikum beim Kongress in Washington
So bin ich dann am 3. Januar 2015 zu meiner neuen Gastfamilie nach Burke, Virginia gezogen. Der Kongress der Vereinigten Staaten besteht aus 435 Abgeordneten und 100 Senatoren. Seit dem 20. Jahrhundert besitzen die Abgeordneten Büros in separaten Bürohäusern, um das Kapitolgebäude zu entlasten. Meine Hauptaufgaben als Praktikantin bestanden darin, alle Telefonate zu beantworten, auf Wählerbriefe und Emails zu reagieren, Gäste zu begrüßen, Touren im Kapitol zu geben, Recherche jeglicher Themen zu betreiben und dadurch die Mitarbeiter bei neuen Gesetzesentwürfen zu unterstützen. Mir hat die Arbeit im Kongressbüro ganz besonders Spaß gemacht. Die 6 Wochen vergingen leider auch unglaublich schnell, eigentlich wie im Flug.

Dritte Station: Praktikum beim Bauer Verlag in New Jersey
Nach meinem Praktikum in D.C. bin ich nach New Jersey, Bergenfield gezogen. Ich habe bei einer weiteren, neuen Gastfamilie, die auch total super war, gelebt. Dort war ich habe ich dann beim Bauer Verlag in Englewood Cliffs, NJ gearbeitet, was nur ca. 5 Meilen von Bergenfield entfernt liegt. Mir hat es dort sehr gefallen, vor allem, weil ich total lustige und liebe Kollegen hatte. Das Beste ist natürlich, dass ich nicht weit von der atemberaubendsten Stadt Amerikas, New York City, entfernt gelebt habe und innerhalb von 30 Minuten in Manhattan stand. Der totale Wahnsinn. Ich durfte dann am Ende der Prakitkumszeit noch 2 Wochen direkt im Manhattan Büro in der digitalen Abteilung arbeiten. Das war für mich ein wirkliches Highlight und hat mich in meinem beruflichen Know-How nochmal sehr gefördert.

Vierte Station: Urlaub mit Freunden
Im Juli ging dann mein Reisemonat los. Ich bin mit Freunden und anderen Teilnehmern des Programms die Westküste der USA entlang gefahren. Wir hatten wirklich eine außergewöhnliche Zeit und wenn ich mir heute die Bilder und Videos anschaue möchte ich am liebsten sofort zurück.

Am 29.7.2015 ging es dann nach einem kurzen Feedback-Seminar für alle Teilnehmer des 31.PPP mit dem Flieger von D.C. zurück nach Deutschland. Natürlich habe ich mich unglaublich darauf gefreut, meine Familie und Freunde endlich wieder zu sehen. Trotzdem bin ich auch jetzt noch traurig, dass mein Jahr in Amerika schon vorbei ist. But everything has an end, only the sausage has two…

Wie man sieht habe ich mein Austauschjahr in vollen Zügen genossen und ich danke vor allem der Person, die mir das ermöglicht hat: Meine Abgeordnete für Hannover, Frau Kerstin Tack. 1.000 Dank! Ich komme auf jeden Fall wieder und besuche meine zweite Heimat USA ganz bald. Das steht zu 100 Prozent fest.