Filmvorführung "Die göttliche Ordnung" und Diskussion "Wie schaffen wir es, wieder mehr Frauen an die Wahlurne zu bewegen?"

 
Foto: Kerstin Tack
 

Am Sonntag, den 11. März veranstalteten die hannoverschen SPD-Bundestagsabgeordneten Kerstin Tack und Yasmin Fahimi anlässlich des Weltfrauentages (am 8. März) eine Kinovorstellung des Filmes "Die göttliche Ordnung". Die Veranstaltung war ein Kooperationsprojekt mit den weiblichen SPD-Landtagsabgeordneten Thela Wernstedt, Claudia Schüßler, Kerstin Liebelt, Silke Lesemann, Thordies Hanisch, Doris Schröder-Köpf und Wiebke Osigus.

 

In ihrer Begrüßung vor dem Film zeigte Yasmin Fahimi auf, wie wichtig es für Frauen sei, auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechtes in Deutschlands für die eigenen Rechte zu kämpfen. Die SPD unterstützt Frauen auch heute noch in allen Fragen der Gleichstellung. So betonte Fahimi, dass sich die SPD momentan für die Abschaffung des Paragraphen 219a einsetze (das Verbot über eines Informationsrechts zum Schwangerschaftsabbruch). „Eine Frau soll selber über ihren Körper bestimmen dürfen und nicht andere“, so Fahimi. Außerdem setzte sie ein klares Zeichen gegen die frauenfeindlichen Töne der AfD. Die AfD werde nicht müde zu betonen, dass sie Frauen vor der vollen Erwerbstätigkeit schützen wolle. „Für mich klingt das ganz klar nach einer Rückverbannung der Frau an den Herd. Wir dagegen wollen die Freiheit für die Frau, selber zu entscheiden“, so Fahimi weiter.

In der Diskussion nach dem Film erörterten die Gastgeberinnen und die Gäste, wie man es schaffen könne, wieder mehr Frauen an die Wahlurne zu bewegen. Die Beteiligung von Frauen, nicht nur an den Wahlen, sondern auch an der öffentlichen Meinungsbildung hat noch Potential für mehr. Nach wie vor sind Frauen in den Parlamenten unterrepräsentiert, durch die Wahlen 2017 sank die Zahl derer sogar noch etwas.

Ute von Wrangell, Fachreferentin für Gleichstellungsfragen, erläuterte in ihrem Impulsreferat die Geschichte der Frauenbewegung und schlussfolgerte daraus „Es ist höchste Zeit für ein Umdenken in den Köpfen der Menschen. Frauen leisten Erstaunliches im Alltag, daher ist es auch von enormer Wichtigkeit, dass ihre Meinung auch Gehör findet.“

Die größte Hürde für Frauen im politischen Engagement sei aber nach wie vor, den Beruf, die Familie und dann auch noch das Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen. Bei einer Umfrage der SPD auf dem Kröpcke am Weltfrauentag, was Frauen in der heutigen Zeit wichtig sei, war eine Hauptnennung, dass sie gerne mehr Zeit für die Familie und sich selbst hätten. Ähnlich oft wurde genannt, dass die Arbeitsbedingungen für Frauen besser werden müssten. Genau das seien die Punkte, die angegangen werden müssten. „Frauen fühlen sich nach wie vor oft als die Hauptzuständigen für das Wohl der Familie. Meist kommt dazu auch eine Teilzeitstelle, sodass oft keine Zeit politisches Engagement bleibt. Hier müssen wir Frauen entlasten“, so Kerstin Tack.

Eine Teilnehmerin hatte sofort eine Lösung dieses Problems parat: „Wir brauchen die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. So bliebe nach der Arbeit noch genug Zeit für Ehrenamt, Familie und Regeneration.“

Eine andere Teilnehmerin führte an, dass es vor allem wichtig sei, dass Frauen sich mehr vernetzen und sich gegenseitig stärken sollten, um ihre Forderungen zu erfüllen. In dem Film "Die göttliche Ordnung" wird recht eindeutig gezeigt, dass das funktioniert. Außerdem wird gezeigt, wie mutig die Frauen damals waren und für ihre Rechte gekämpft haben. „Das müssen wir auch wieder tun. Verbesserungen kommen nicht von allein und sind nicht von Dauer, wenn man nicht ständig daran erinnert.  Machen wir uns also stark dafür", so Kerstin Tack.

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Zahlreiche Gäste folgten der Einladung der beiden Bundestagsabgeordneten.

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Yasmin Fahimi begrüßt die Gäste und hält einige einführende Worte zum Weltfrauentag und zu 100 Jahre Frauenwahlrecht.

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Kerstin Tack moderiert die Diskussion im Anschluss an den Film.

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Ute von Wrangell gibt ein Impulsreferat zum Thema "Geschichte der Frauenbewegung".

Wft KinoFoto: Kerstin Tack