Parlamentarisches Patenschafts-Programm (PPP)

Parlamentarisches Patenschaftsprogramm
 
Foto: Linus Bialojan

Parlamentarisches Patenschaftsprogramm

Der Deutsche Bundestag vergibt Stipendien für ein Austauschjahr in den USA an Schülerinnen und Schüler und junge Berufstätige.

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) gibt seit 1983 jedes Jahr Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland. Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congress. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.

Kontakt

Deutscher Bundestag
Referat Internationale 
Austauschprogramme (WI 4)
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 (0)30 227 39336
E-Mail: ppp@bundestag.de

 

Hier finden alle Interessierten die Erfahrungsberichte der Stipendiatinnen von Kerstin Tack im Rahmen des Parlamentarisches Patenschafts-Programms in den Rubriken:


1. Was ist das PPP?

Ein gemeinsam vom Deutschen Bundestag und dem Kongress der USA getragenes Austauschpro-gramm, das deutschen und amerikanischen Jugendlichen einen einjährigen Aufenthalt im je-weils anderen Land ermöglicht. Seine Besonderheit ist die Übernahme von Patenschaften für die teilnehmenden Jugendlichen durch Bundestagsabgeordnete. Schirmherr des Programms ist der Präsident des Deutschen Bundestages.

2. Wer kann auf deutscher Seite teilnehmen?

Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren sowie junge Berufstätige bis 24 Jahren. Die Schüler besuchen in den USA eine High School, die Berufstätigen ein Community College oder eine vergleichbare Einrichtung und absolvieren anschließend ein Praktikum in einem ame-rikanischen Betrieb. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten wohnen üblicherweise in Gastfami-lien.

3. Wie bewerben sich die Jugendlichen?

Die Jugendlichen bewerben sich online über www.bundestag.de/ppp. Es ist auch eine Bewer-bung per Post mit einem Formular möglich. Die Bewerbungen gehen direkt an die Austauschor-ganisationen, die im Auftrag des Deutschen Bundestages das PPP durchführen.

Weitere ausführliche Informationen zur Bewerbung und zum Auswahlverfahren sind im Internet unter www.bundestag.de/ppp verfügbar. Die Bewerbung der Jugendlichen kann nur über das On-line-Verfahren auf bundestag.de oder mit dem Formular bei den Austauschorganisationen erfol-gen. Direkte Bewerbungen beim Bundestag oder einzelnen Abgeordneten sind nicht möglich. Die Bewerbungsphase startet jeweils im Mai für das kommende Jahr. Die Bundestagsverwaltung – Referat Internationale Austauschprogramme (WI 4) – organisiert eine bundesweite Werbung für das Programm (Online, Flyer, Schulinformationen u. a.)


4. Wie werden Bundestagsabgeordnete zu „Paten“?

Im Vorjahr des Auslandsjahres der Stipendiaten lädt der Präsident des Deutschen Bundestages im Frühjahr alle Abgeordneten ein, sich am PPP als Paten zu beteiligen. Diese erklären ihren Teilnahmewunsch mit einem besonderen Formular gegenüber dem zuständigen Referat WI 4.
Da die Zahl interessierter Abgeordneter regelmäßig die Anzahl der zur Verfügung stehenden Pa-tenschaften übersteigt, wird die Entscheidung, welche Abgeordneten am Programm teilnehmen, auf der Grundlage von Ziffer 2.1 der Richtlinien des Ältestenrates für das Parlamentarische Pa-tenschafts-Programm (siehe auch unter Punkt 8) getroffen. Dementsprechend werden die teilneh-menden Abgeordneten in einem aus zwei Schritten bestehenden Verfahren ermittelt.

a) Im ersten Schritt wird für jeden der 299 Wahlkreise ein Abgeordneter ausgewählt:
Dafür kommen zunächst diejenigen Abgeordneten in Frage, die im vorangegangenen Programmjahr
keinen deutschen Stipendiaten nominiert haben, beziehungsweise nominieren
konnten. Trifft dies auf mehrere Abgeordnete in einem Wahlkreis zu, so entscheidet zwischen
ihnen das Los. Das Losverfahren entscheidet auch, falls in einem Wahlkreis nur solche
Abgeordneten ihre Bereitschaft zur Teilnahme erklärt haben, die auch im vorangegangenen
Jahr teilgenommen haben. Steht in einem Wahlkreis kein Abgeordneter zur Verfügung, so
wird ein Abgeordneter aus einem Nachbarwahlkreis gebeten, die Patenschaft zu übernehmen.

b) Im zweiten Schritt werden die Abgeordneten für die verbleibenden Stipendien bestimmt.
Dies kann erst nach Abschluss des Auswahlverfahrens geschehen, wenn feststeht, in welchen
Wahlkreisen besonders qualifizierte Bewerbungen aus dem Kreis der jungen Berufstätigen
vorliegen. In diesen Wahlkreisen wird nach den unter Buchstabe a) genannten Kriterien
(Teilnahme im Vorjahr/Losverfahren) ein weiterer Abgeordneter als Pate benannt.
Dieses Zuordnungsverfahren in zwei Schritten bedeutet nicht, dass im ersten Schritt die Schüler-
Patenschaften und im zweiten Schritt die Berufstätigen-Patenschaften vergeben werden. Die
Frage, welche Art von Stipendium in einem Wahlkreis vergeben wird, kann erst nach Abschluss
des Auswahlverfahrens entschieden werden.

Im Dezember werden die Abgeordneten durch das Referat WI 4 unterrichtet, ob sie für das kommende
Programmjahr einen deutschen Stipendiaten nominieren können oder ob sie auf der Warteliste
geführt werden. Gleichzeitig erfahren die teilnehmenden Abgeordneten, ob sie einen
Schüler oder einen jungen Berufstätigen nominieren werden.

5. Wie wählen die Abgeordneten ihre Stipendiaten aus?

Im Herbst führen sechs erfahrene Austauschorganisationen die Vorauswahl unter mehreren tausend
Bewerbern durch. Dabei werden geeignete Schüler und geeignete junge Berufstätige in jeweils
getrennten Verfahren ausgewählt.
Diese Vorauswahlen erfolgten unabhängig von den Abgeordneten. Nach Abschluss dieses Auswahlverfahrens legen die Austauschorganisationen den teilnehmenden Abgeordneten im Dezember des Jahres vor der Ausreise Vorschlagslisten mit mindestens zwei, möglichst aber mehr qualifizierten Bewerbern aus ihren Wahlkreisen vor.

Ob in den Wahlkreisen ein Stipendium an einen Schüler oder einen Berufstätigen beziehungsweise
an einen Schüler und zusätzlich einen Berufstätigen vergeben wird, ist abhängig von der
Bewerberlage und kann erst nach Abschluss der Vorauswahl festgelegt werden. Die Liste mit
Vorschlägen qualifizierter junger Berufstätiger enthält nicht immer nur Kandidaten aus dem
Wahlkreis der teilnehmenden Abgeordneten, sondern möglicherweise auch solche aus Nachbarwahlkreisen.

Aus der Vorschlagsliste nominieren die Abgeordneten genau einen Stipendiaten und einen Ersatzteilnehmer. Bis zum Erhalt der Liste dürfen gemäß den Richtlinien des Ältestenrates keinerlei Zusagen von Abgeordneten gegenüber Bewerbern gemacht werden.

Die Bewerbungsunterlagen müssen nach der Nominierung an die zuständige Austauschorganisation
zurückgesendet werden. Bei digitaler Übermittlung durch die Austauschorganisationen
müssen die entsprechenden Dateien gelöscht werden. Kopien dürfen nicht beibehalten werden.

6. Wie werden amerikanische Stipendiaten platziert und zugeteilt?
Die amerikanischen Stipendiaten werden dort platziert, wo sich geeignete Gastfamilien zur Aufnahme
bereit erklären. So kann es durchaus sein, dass in einem Wahlkreis mehrere Stipendiaten
wohnen und in manchen Wahlkreisen hingegen keine Stipendiaten untergebracht sind.
Wenn mehrere US-Stipendiaten in einem Wahlkreis aufgenommen wurden, können auch die
Abgeordneten, die auf der Warteliste sind, da sie keine Patenschaft für einen deutschen Jugendlichen
übernehmen konnten, eine Patenschaft für eine amerikanische Stipendiatin oder einen
amerikanischen Stipendiaten übernehmen. Auf diese Weise können möglichst viele Abgeordnete
am Programm teilnehmen.

7. Was muss bei der Öffentlichkeitsarbeit im Hinblick auf den Datenschutz beachtet werden?

Die Information der Öffentlichkeit über die Patenschaft und die Aktivitäten der Stipendiaten ist
nach den Richtlinien des Ältestenrates für das PPP ausdrücklich gewünscht. Zu beachten ist, dass bei einer Veröffentlichung von Namen und Bildern der „Patenkinder“ vorab deren ausdrückliche
Zustimmung erforderlich ist, bei Minderjährigen – also in jedem Falle bei allen
Schülerinnen und Schülern – auch die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.
Die Bewerberinnen und Bewerber auf der Vorschlagsliste erhalten dafür von der Austauschorganisation ein Formular des Deutschen Bundestages. Nachdem über die Nominierung entschieden wurde, erhalten die Patenabgeordneten das unterschriebene Formular entweder direkt von der ausgewählten Stipendiatin oder dem Stipendiaten oder es wird den Abgeordneten von der zuständigen Austauschorganisation zugeschickt. Eine Abfrage vor der Nominierung ist im Sinne
des Art. 7 ABs. 4 DSGVO nicht gestattet (Grundsatz der Freiwilligkeit der Einwilligung).
Aus Gründen der Nachweispflicht ist die Einwilligungserklärung der Stipendiaten sorgfältig aufzubewahren, da die Patenabgeordneten bei ihrer mandatsbezogenen Öffentlichkeitsarbeit für die
Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen unmittelbar selbst verantwortlich sind.
Immer mehr Abgeordnete zeigen auf ihren Homepages Blogs ihrer PPP-Stipendiatinnen und -Stipendiaten. Auch dafür ist die Einwilligung der Stipendiatinnen und Stipendiaten (und ggf. der
Erziehungsberechtigten) erforderlich. Bei Bildern sind auch die entsprechenden Nutzungsrechte
zur Veröffentlichung zu beachten. Manchmal sind Mails mit Berichten und Fotos der „Patenkinder“ persönlich für deren Patenabgeordneten gedacht. Darum empfiehlt es sich, vor jeder Veröffentlichung von Berichten und Bildern nachzufragen, ob diese auch zur Veröffentlichung frei sind.

8. Parlamentarische Begleitung des PPP?

Die oben dargestellten Verfahrensschritte sind in den Richtlinien des Ältestenrates für das Parlamentarische Patenschafts-Programm vom 23. Juni 2016 geregelt und für alle Beteiligten verbindlich, somit auch für die als Paten teilnehmenden Bundestagsabgeordneten.
Das PPP wird durch eine Berichterstattergruppe für „Internationale Austauschprogramme“, die
von der Kommission des Ältestenrates für Innere Angelegenheiten am 14. März 2018 eingesetzt
wurde, begleitet. Vorsitzende der Berichterstattergruppe ist die Abgeordnete Kerstin Radomski.

9. Wohin können sich die Abgeordneten mit ihren Fragen wenden?
Das PPP wird vom Referat Internationale Austauschprogramme (WI 4) organisiert. Ansprechpartner
sind Michael Reinold, (Tel. -31542), Referent, sowie die Sachbearbeiterinnen Monika
Mönig (Tel. -37415) und Karin Roos (Tel. -37948).

 

Das PPP-Programmjahr auf einen Blick

März

Der Bundestagspräsident lädt die Abgeordneten zur Teilnahme am PPP ein
(Programmjahr 2020/2021)

Mai

Start der Bewerbungsphase. Die Abgeordneten erhalten zum Bewerbungsbeginn
Bewerbungsflyer und Poster

16. Mai

Berlin-Tag mit den amerikanischen Stipendiaten des 34. PPPs 2017/2018

28. Juni

Abgabefrist der Teilnahmeerklärung für Abgeordnete

13. September

Bewerbungsschluss für Bewerberinnen und Bewerber

Herbst

Parallel stattfindende Auswahlverfahren der Austauschorganisationen für alle Schüler beziehungsweise jungen Berufstätigen Anfang Dezember Aufteilung der Stipendien für Schüler und junge Berufstätige auf die Paten Mitte Dezember Die Abgeordneten erfahren, ob sie eine Patenschaft übernehmen können und ob sie einen Schüler oder einen jungen Berufstätigen nominieren

2020, Anfang Januar

Die Abgeordneten erhalten von den Austauschorganisationen eine Vorschlagsliste zur Nominierung
Mitte Februar Die Frist für die endgültige Nominierung der Stipendiaten durch die Abgeordneten
endet. Anschließend Die zuständige Austauschorganisation benachrichtigt ihren amerikanischen
Partner über den Stipendiaten. Die Vorbereitung des Austauschjahres beginnt.

Juni - August

Ausreise der deutschen Stipendiaten und Einreise der amerikanischen Stipendiaten

Weitere Informationen zum Parlamentarischen Patenschafts-Programm und Hinweise zur Bewerbung gibt es auf der entsprechenden Seite des Deutschen Bundestages: