Kommunikationsbarrieren abbauen – Teilhabe von Gehörlosen verbessern

Kerstin TackFoto: Kerstin Tack
 

Am heutigen 24. September rufen die Gehörlosen-Verbände wieder zum „Tag der Gehörlosen“ auf. An diesem Tag klären gehörlose und hörende Menschen darüber auf, was es bedeutet, gehörlos zu sein und machen darauf aufmerksam, wie wichtig Gebärdensprache für gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe ist.

 

Mit verschiedenen Veranstaltungen begehen Verbände, Selbsthilfegruppen und Institutionen weltweit am letzten Sonntag im September den Tag der Gehörlosen. Die behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Kerstin Tack erklärt hierzu: „Weil Gehörlosigkeit nicht sichtbar ist und Gebärdensprache oft still, müssen wir dem Ausschluss von gehörlosen Menschen aus einzelnen Gesellschaftsbereichen laut und deutlich eine Absage erteilen. Als SPD treten wir entschlossen dafür ein, dass die rund 80.000 gehörlosen Menschen in Deutschland überall und selbstbestimmt teilhaben können. Der Schlüssel dazu ist Barrierefreiheit. Wir müssen beim Abbau von Barrieren immer auch Menschen mit Behinderungen im Blick haben, die sich optisch nicht von anderen unterscheiden. Deshalb gilt es, Barrierefreiheit auch an den Bedürfnissen gehörloser Menschen auszurichten und Kommunikationsbarrieren zwischen Hörenden und Gehörlosen abzubauen.“

Dazu hat die SPD-Bundestagsfraktion in der aktuellen Legislaturperiode zahlreiche Verbesserungen auf den Weg gebracht: „Im Bundesteilhabegesetz haben wir klargestellt, dass Assistenzleistungen wie das Gebärdensprachdolmetschen auch die Verständigung mit der Umwelt umfassen. Das gilt nun auch für die Ausübung eines Ehrenamtes. Beispielsweise werden Assistenzleistungen beim Bundesfreiwilligendienst nun vom Bund übernommen“, erläutert Kerstin Tack. Aber auch in Gerichtsverfahren ist der Einsatz von Gebärdendolmetschern für Gehörlose inzwischen kostenlos möglich.

Mit der Einrichtung und Evaluierung von „Kompetenzzentren für gehörlose Menschen im Alter“ wurde außerdem der Zugang zur Versorgung für ältere Gehörlose erleichtert und deren gesellschaftliche Teilhabe gesichert. „Ich freue mich, dass das Konzept aufgrund der hohen Akzeptanz und der positiven Ergebnisse nun auch in anderen Bundesländern umgesetzt wird“, erklärt die hannoversche Bundestagsabgeordnete.

Durch das Bundesteilhabegesetz und das novellierte Behindertengleichstellungsgesetz profitieren Gehörlose darüber hinaus von zahlreichen weiteren Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabe und Lebenssituation der Menschen mit Behinderungen. „Für die kommende Legislaturperiode setzen wir uns insbesondere dafür ein, den Arbeitsmarkt noch inklusiver zu gestalten, inklusive Sozialräume zu stärken und in Bildung zu investieren“, betont Kerstin Tack.